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hr Religion und Kirche

Liebe Leserinnen und Leser,

es kommt nicht oft vor, dass ein Engel Schlagzeilen macht. Aber dieser Tage geschah es. Denn jemand hatte in einer römischen Kirche dem Wandbild eines Engels das Gesicht von Giorgia Meloni verpasst, der italischen Ministerpräsidentin. Die Aufregung war groß. Derlei politische Statements kann der Papst in seinem (!) Bistum Rom nicht dulden. Und ein Kunstfrevel ist es obendrein. Denn San Lorenzo in Lucina ist nicht irgendeine Kirche, sondern eine der ältesten und bedeutendsten der Stadt. Und Giorgia Meloni, die Rechtsaußen-Politikerin, ist gewiss kein Engel. 
Inzwischen haben der Küster und ein Restaurator den Frevel gestanden. Das Gesicht wurde unkenntlich gemacht und die Restauratoren beauftragt, das ursprüngliche Gesicht des Engels wieder zu Tage zu fördern. Das mag für die Experten schlichtes Handwerk sein, die nachträglichen Farbschichten abzukratzen. Für mich beginnt da aber der interessante Teil der Geschichte. Welches Gesicht haben denn Engel, oder welches Gesicht würde ich einem Engel geben? In der Religionsgeschichte sind Engel vielfältig und nicht immer nur die netten und freundlichen Gottesboten. Zunächst waren sie meist Männer, in der Renaissance dann oft pausbäckige Babyputten. Seit dem 19. Jahrhundert kommt ein lichtes, weibliches Engelsbild hinzu. Der Schutzengel dominiert sicher viele der Bilder, die wir uns innerlich machen. Aber manchmal wird auch ein konkreter Mensch für mich zum Engel. Weil er mich auffängt, tröstet, schützt und zur Seite steht. Dann wird es plötzlich ganz einfach, dem Engel ein Gesicht zu geben…

Herzlich,
Klaus Hofmeister, hr Religion & Kirche

Stille Stunden – raus aus der Reizüberflutung

hr1 am Sonntagmorgen | 8. Februar, 6 – 10 Uhr
eine Wüstenlandschaft mit Bergkette im Hintergund im Abendlicht
© AdobeStock
Die ständige Reizüberflutung im Alltag kann überfordernd sein. Unser Hirn ist nicht gebaut für den Dauerangriff auf unsere Sinne durch Musik, News, Social-Media-Geklingel. Obwohl wir das ahnen, fällt uns der Verzicht darauf schwer. Zeit für ein paar Tipps gegen die Reizüberflutung. Wir erkunden Wege zu einem reizärmeren, zufriedenen Leben.

Nachgefragt. Das aktuelle Gespräch mit Claudia Lücking-Michel – Bilanz des Synodalen Weges

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 8. Februar, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 8. Februar, 13:05 Uhr
Claudia Lücking Michel spricht vor einem Mikrofon
Claudia Lücking-Michel © picture alliance/dpa | Marius Becker
Am vergangenen Sonntag endete der sogenannte "Synodale Weg" mit einer letzten, sechsten Vollversammlung in Stuttgart. Was hat das sechsjährige Reformprojekt gebracht? Die Liste der Reformwünsche war lang. Claudia Lücking-Michel war als damalige Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken von Anfang an eine treibende Kraft beim Synodalen Weg. Welche Bilanz zieht sie? Welche Aussichten gibt es für spürbare Reformen in der Katholischen Kirche?

Mit Lügen an die Macht – Wenn die Wahrheit unter die Räder kommt

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 15. Februar, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 15. Februar, 13:05 Uhr
Eine Pinocchio-Figur mit langer Nase sitzt vor einem Laptop
Fatale Kombination: Pinocchio am Computer © Image/Ikon Images
Die Lüge gehört zum menschlichen Alltag. Manchmal ist sie groß und skandal-umwittert, manchmal ist es die kleine unvermeidbare Notlüge. Wir pflegen die Kunst der Lüge geradezu, gleichzeitig lehnen wir sie entschieden ab. Gegen sie scheint kein Kraut gewachsen – weder moralisch noch religiös. Die Sendung geht den Spannungen zwischen Wahrheit, Selbstschutz und Verantwortung nach.

Doppelkopf – Am Tisch mit Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin

hr2-kultur | Doppelkopf | Donnerstag, 19. Februar, 12:05 Uhr
Porträt von Christiane Tietz
Christiane Tietz, Präsidentin der EKHN © picture alliance-dpa/Helmut Fricke
Seit einem Jahr ist Christiane Tietz Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) – mitten in einer Phase, in der viele Menschen sich von Kirche und Glauben entfernen. Was bedeutet es, in solch einer Situation die Leitung einer Kirche mit rund einer Million Mitgliedern zu übernehmen? Hat sie sich ihr Amt so vorgestellt? Und wohin will sie die Kirche in den kommenden Jahren führen? 

Gedenkstätten beklagen KI-generierte Holocaust-Verharmlosung

hr2-kultur | Jüdische Welt | Freitag, 6. Februar, 14 – 14:30 Uhr
Silhouette der Gedenkstätte Konzentrationslager Dachau
Gedenkstätte Dachau © picture alliance-dpa/Sven Hoppe
Seit dem vergangenen Herbst tauchen in den Sozialen Medien verstärkt KI-generierte Inhalte zum Nationalsozialismus und zum Holocaust auf. Diese Inhalte verfälschten die Geschichte durch "Verharmlosung und Verkitschung", so heißt es in einem offenen Brief von mehr als 30 Gedenkstätten, Stiftungen und Initiativen in Deutschland. Durch derlei Postings würden die Nutzerinnen und Nutzer "zunehmend auch authentische historische Dokumente anzweifeln".

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