31.05.2024 Liebe Leserinnen, liebe Leser,
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hr Religion und Kirche
31.05.2024

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es war ein erhebender Moment am Mittwochabend auf dem Domplatz von Erfurt. Zu Eröffnung des Katholikentags läutete die Gloriosa, die weltweit älteste freischwingende Glocke des Mittelalters, 11 Tonnen schwer, aus dem Jahr 1497. Ich stand inmitten von 6000 Menschen, der beeindruckende Dom ragte in den Abendhimmel. Wir hörten acht Minuten lang in Stille einfach nur auf den Klang dieser Glocke und hingen unseren Gedanken nach: Wieviel Geschichte hat sie schon erlebt und mit ihrem Klang begleitet, so tief, so machtvoll, so "überzeitlich"?
Mancher mag auch an die vermeintlich "besseren Zeiten" des Christentums gedacht haben, als man noch große Dome baute und riesige Glocken goss. Heute sind noch sieben Prozent der thüringischen Bevölkerung katholisch. Und die westdeutschen Katholikentagsgäste spüren, dass mit den vielen Kirchenaustritten auch für sie eine neue Zeit beginnt: Christen werden zur Minderheit und müssen ein neues Selbstverständnis lernen.
Was mag das bedeuten? Der Limburger Bischof Bätzing brachte es auf den Punkt: "Wir wollen nicht die Frage stellen: Was wird denn aus uns? Sondern immer mehr in die Frage hineinwachsen: Für wen sind wir da?" Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat Christen vor dem Rückzug in eine "weltfremde Innerlichkeit" gewarnt. "Gerade eine pluralistische Gesellschaft braucht, um nicht auseinanderzubrechen und in Gleichgültigkeit zu versinken, markante und verantwortungsbewusste Gruppen, die sich zu Wort melden und tatkräftig einmischen."
Das sind die Lernprozesse, die für eine Christenheit in der Minderheit anstehen. Es sind die neuen Zeiten, die die Gloriosa beim Katholikentag von Erfurt einläutet.

Herzlich,
Klaus Hofmeister,
hr Religion & Kirche

Sehnsuchtsort Ufer

hr1 am Sonntagmorgen | 2. Juni, 6:05 – 10 Uhr
Menschen stehen am Ufersteg und schauen aufs Wasser
© Bruno Aguirre/unsplash
Ufer ziehen uns magisch an, ob am Fluss, am See und natürlich am Meer. Ufer wecken Sehnsucht. Wir stehen dort und lassen uns locken vom anderen Ufer oder gar dem freien Blick auf den Horizont. Wir träumen davon, das "feste Ufer" zu verlassen und "zu neuen Ufern" aufzubrechen. In der Mythologie ist das Ufer auch ein Symbol für den letzten Aufbruch, die Überfahrt ins Totenreich über den "Styx", wenn wir eines Tages "über den Jordan gehen".
Am Sonntagmorgen sprechen wir mit Menschen, die zu neuen Ufern aufbrechen, über die Sehnsucht, Neues zu entdecken und die Frage, warum der Horizont und die anderen Ufer uns so locken. Und was wir bedenken sollten, bevor wir uns den gefährlichen Wassern des Lebens anvertrauen.


"Zukunft hat der Mensch des Friedens"
Rückblick auf den Katholikentag in Erfurt

hr2-kultur Camino | Sonntag, 2. Juni, 11:30 - 12 Uhr
Der Domplatz in Erfurt - zentraler Schauplatz des Katholikentags
©  Katholikentag/Kremer
"Zukunft hat der Mensch des Friedens": Im Motto des Katholikentags in Erfurt klingen die politischen Herausforderungen der Gegenwart schon an: Menschen des Friedens werden gesucht, in einer Zeit der Kriege. Der Termin fällt in eine parteipolitisch aufgeheizte Zeit, die Veranstalter haben einen politischen Katholikentag angekündigt. Die hr-Kirchenredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister fassen die Debatten von Erfurt zusammen.  


Religion - wozu ist das gut?
Feiertagsgespräche zum Nachhören

hr2-kultur Lebenswert| Donnerstag, 30. Mai, 17:04 Uhr
Buntes Graffiti mit dem Wort "Believe"
© Ran Berkovich/unsplash
Es gibt Beobachter, die behaupten, der Mensch sei "unheilbar religiös". Neuerdings aber meinen Soziologen, dass Religion und Spiritualität so langsam aus unserem gesellschaftlichen Alltag verschwinden. 
Der Psychotherapeut Werner Gross hat über den Sinn und Unsinn von Religion nachgedacht und darüber ein Buch geschrieben: "Meinetwegen - nenn es Gott". Über seine Beobachtungen und seine Thesen hat hr2-Moderatorin Daniella Baumeister am Nachmittag von Fronleichnam mit ihm und Hörerinnen und Hörern gesprochen. Die "Gespräche am Feiertag" gibt es zum Nachhören im Podcast.

Unter allen Leserinnen und Lesern dieses Newsletters verlosen wir Exemplare des Buches von Werner Gross. Wenn Sie also ein Exemplar von "Meinetwegen - nenn es Gott" gewinnen möchten, schreiben Sie eine Email an religion@hr.de und schreiben Sie in der Betreffzeile: "Buch Gross".


Lebensraum Kirchturm
Kinderstube für Mauersegler und Wanderfalken

hr4 Gemeindeporträt | Sonntag, 2. Juni, 08:40 Uhr
Turmfalken-Junge warten auf Futter
© Holger Hollemann/picture-alliance/dpa
Die Brutsaison beginnt: Im Turm der Petrusgemeinde in Gießen gibt es zehn Nistkästen mit doppelt so vielen Brutplätzen. Wo Kirchengemeinden Brutplätze schaffen, da finden sie dankbare Untermieter in den Kirchtürmen. Das Projekt "Lebensraum Kirche" der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) unterstützt das finanziell – nicht nur in Gießen, um Artenvielfalt zu unterstützen. 


"Plötzlich war ich taub"
Das Leben eines Grenzgängers

hr-fernsehen: Close Up | Donnerstag, 6. Juni, 21:45 Uhr
Oliver Faulstich, ein Grenzgänger zwischen Gehörlosen und Hörenden
© hr 
Oliver Faulstich ist 15 Jahre alt, als er an einer Hirnhautentzündung erkrankt und von einem Tag auf den anderen nicht mehr hören kann. Ein Schock für den Teenager und auch für seine Eltern. Durch die moderne Technik von Cochlea-Implantaten und viel Training kann er heute wieder hören und macht sich stark für Menschen, denen es ähnlich wie ihm ergeht. Jetzt ist er 37 Jahre alt und ein Grenzgänger zwischen den Gehörlosen und den Hörenden, denn ohne seine Implantate ist er gehörlos.
  

"Sex. Jüdische Positionen"
Eine Ausstellung in Berlin

hr2-kultur Jüdische Welt | Freitag, 7. Juni, 14:00 Uhr
Elemente der Ausstellung "Sex. Jüdische Positionen" in Berlin
© Jens Ziehe/Jüdisches Museum Berlin
In der rabbinischen Literatur ebenso wie in der Kunst wurden und werden unterschiedliche jüdische Haltungen zu Ehe und Ehelosigkeit, Familie, Zeugung, Sex, Begehren und Erotik seit Jahrhunderten diskutiert. Die jüdischen Positionen zu diesen Themen fließen ein in aktuelle Debatten über Sexualität, Abtreibung, Frauenrechte und Gender.
Anhand von Exponaten aus 2000 Jahren führt die Berliner Ausstellung "Sex. Jüdische Positionen" aus, welche Debatten Jüdinnen und Juden über Sexualität führen und welche Fragen das Judentum bereits seit Jahrhunderten verhandelt.


Wie Zukunft aus Krisen entsteht
Das verborgene Potential von Umbrüchen

hr2-kultur Camino | 9. Juni, 11:30 - 12 Uhr
Häuserschlucht mit Ausblick auf den blauen Himmel
© Steinach/imago
Ob globale Bedrohung durch steigende Temperaturen und Wetterextreme, Krieg in Europa oder im Nahen Osten, ob Inflation oder explodierende Preise: Die Dynamik der Krisen nimmt rasant zu und macht immer mehr Menschen Angst. Panik- und Kurzschlussreaktionen oder depressive Apathie sind oft die Folge.
Dabei wissen wir aus persönlicher Erfahrung, dass Krisen nicht zwangsläufig ins Desaster führen, sondern Impulse für Wandel und Neuanfang geben können. Es geht darum, Chaos und Kontrollverlust als große Chancen radikaler Veränderungen zu nutzen. Dann können aus Krise und Kollaps andere Zukünfte, alternative Lösungen, neue Ökonomie und ein kultureller Wandel entstehen.


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