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hr Religion und Kirche

Liebe Leserinnen und Leser,

am Sonntag beginnt die Adventszeit. Ursprünglich war das eine Fastenzeit, die bereits nach dem Gänseessen am Martinstag, dem 11.11. begann: 40 Tage der Besinnung und Umkehr, des Fastens und Betens bis Weihnachten.
Diesen stillen Charakter hat die Adventszeit verloren. Die Wintermärkte mit Musik und Bratwurst, die meist zu bunt blinkenden Lichterketten, der überall etwas zu dick aufgetragene Kunstschnee, die Rentiere und korpulenten Weihnachtsmänner geben dieser Zeit einen anderen Charakter.

Die ursprüngliche Rolle der Adventszeit, dass man sich nach innen wendet, Stunden der Besinnung pflegt, hat meiner Wahrnehmung nach nun der November übernommen. Zwischen Halloween und dem Totensonntag gibt es kulturell noch eine "Schutzzone" mit Raum für die tieferen Fragen. Auch wenn sie durch das Vordringen der Wintermärkte in den frühen November löchriger wird. Allerdings ist die Besinnlichkeit des Novembers ganz geprägt durch die Gedenktage rund um dem Tod, von Allerheiligen bis zum Totensonntag. Was uns kulturell fehlt, ist eine "adventliche" Besinnlichkeit, in der die stille Freude auf das Kommende, die Zuversicht kultiviert wird. Die geprägt ist durch die Hoffnung auf hellere Zeiten. Ja sogar von der religiösen Gewissheit, dass etwas auf uns zukommt, das uns "retten" kann… Aber das muss man alles erst mal glauben können in diesen dunklen Zeiten. Auf jeden Fall: niemand hindert einen daran, den Advent selbst auch still zu begehen. Und Stoff zum Meditieren liefert der christliche Advent allemal, für nachdenkliche Stunden, im warmen Licht einer Kerze.

Ich wünsche Ihnen einen guten Advent!

Herzlich,
Klaus Hofmeister, hr Religion & Kirche

Sinnlich leben – mehr Lebendigkeit

hr1 am Sonntagmorgen | 30. November, 6 – 10 Uhr
Ein Stilleben mit Zimtstern, Zimtstangen, Orangenschalen und Sternanis zum Genießen.
Die Adventszeit in vollen Zügen genießen © AdobeStock Floydine
Der Advent ist eine der "sinnlichsten" Zeiten des Jahres: wir tauchen ein in die Welt der Gerüche, lassen uns bezaubern vom Duft der Tannennadeln, Orangen und Räuchermännchen. Wir staunen über goldglitzernde Kugeln, lassen uns vom milden Licht der Kerzen das Herz wärmen und der Klang der Glöckchen und Lieder weckt uralte Erinnerungen.
Wir versuchen am Sonntagmorgen in hr1 ein adventliches Plädoyer für mehr Lebendigkeit durch mehr Sinnlichkeit. 

Ökologische Reformation oder Öko-Sekte? Die Gründung der "Church of Interbeing"

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 30. November, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 30. November, 13:05 Uhr
Porträt des vietnamesischen Mönchs Thich Nath Hanh
Der vietnamesische Mönch Thich Nath Hanh © Duc (pixiduc)
Die "Church of Interbeing" in der Berliner Genezareth-Kirche verzichtet auf Altar, Kreuz und Kirchenbänke – stattdessen gibt es Kissen, Gesänge an die Erde und Rituale für das Netz des Lebens. Seit 2022 will sie heilige Räume schaffen, um sich mit allem Leben zu verbinden. "Interbeing" – ein Begriff, der von dem Zen-Mönch Thich Nhat Hanh geprägt und als "Verbundenes Sein" verstanden wird – beschreibt die Erde als lebendes System. 

Sissy Maibaum – Spiritualitätsexpertin im Kloster Germerode

hr4 | Gemeindeporträt | Sonntag, 30. November, 8:40 Uhr
Porträtfoto: Sissi Maibaum.
Sissy Maibaum © privat
Sissy Maibaum ist die neue Pfarrerin für Spiritualität und Geistliches Leben in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Ihre Wirkungsstätte: das Kloster Germerode am Hohen Meißner. Maibaum möchte spirituelle Räume öffnen – für alle, die nach Orientierung und innerer Resonanz suchen. Das Kloster Germerode sei "kein reines Haus der Stille. Es kann kommen, wer möchte." Am neuen Jahresprogramm hat Maibaum schon vor ihrem offiziellen Dienstbeginn mitgewirkt. Neben Pilgern wird Meditation ein Schwerpunktthema sein – mal in Kombination mit Bogenschießen, mal mit Fotografie, oder auch beim Brotbacken. 

Digital rekonstruierte Synagogen als Ort der Erinnerung

hr2-kultur | Jüdische Welt | Freitag, 5. Dezember,
14 – 14:30 Uhr
Der Innenraum der Frankfurter Synagoge, die von den Nazis zerstört wurde und von Studenten der TU Darmstadt im Cyberspace neu geschaffen wurde.
Die im Cyberspace neu entstandene von den Nazis zerstörte Frankfurter Synagoge am Börneplatz © dpa picture alliance| Tu_Darmstadt
Auf einer Webseite können Interessierte jetzt mehr als 40 zerstörte jüdische Gotteshäuser entdecken und erkunden. Wissenschaftler der TU Darmstadt haben von den Nazis zerstörte Synagogen in alter Schönheit wieder aufleben lassen. Abrufbar sind Bilder, Filme und Panoramen von den virtuellen Modellen sowie Informationen zu den ehemaligen Synagogen. Schwerpunkt sind jüdische Gotteshäuser, die von den Nazis 1938 zerstört wurden. Unsere Reporterin hat geschaut, was man da alles entdecken kann.

hr Doku-Serie: "Familientherapie mit Franca Cerutti" – Folge 1: Der Elefant im Raum

hr fernsehen | Sonntag, 7. Dezember, 19:00 Uhr und ab 4. Dezember in der ARD Mediathek  

Familienkonflikte belasten das Leben – mal durch ständige Streitigkeiten, mal durch beharrliches Schweigen. Unter falschen Erwartungen oder dem großen, unausgesprochenen Problem leiden die Mitglieder. Psychotherapeutin Franca Cerutti trifft vier Familien in einem Landhaus. In einem eintägigen Intensiv-Coaching erkennen sie die tieferen Ursachen ihrer Konflikte und erhalten Tipps für harmonischere Beziehungen.

Dazu auch die Doppelkopf-Sendung am: 
Montag, 08.12.2025
12.05 - 13.00 Uhr, hr2-kultur
Doppel-Kopf
Am Tisch mit Franca Cerutti, Familientherapeutin
Gastgeber: Philipp Engel
(WH 23.04 Uhr, hr2-kultur)


Die Therapeutin spricht mit Vater und Tochter.
Sich neu orientieren im Leben © Credit - Johanna Wittig
Mirjana (41) erfährt mit 33, dass sie ein Kuckuckskind ist – die Beziehung zu ihrem sozialen Vater Hartmut (67) gerät ins Wanken. Beide müssen den Betrug verarbeiten und ihre Rollen neu definieren. Matthias (39) und Gundhild (69) leiden bis heute unter der Trennung von Matthias’ Vater.
Franca erkennt: Nur durch erneute Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte können sie die Vergangenheit hinter sich lassen.

Retter vor Trumps Kahlschlag – Kirchliche Gesundheitsarbeit in Kenia

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 7. Dezember, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 7. Dezember, 13:05 Uhr
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen verteilt in einem kenianischen Flüchtlingslager von USAID gestiftetes Speiseöl. Aufnahme aus dem Jahr 2015
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen verteilt in einem kenianischen Flüchtlingslager von USAID gestiftetes Speiseöl. Aufnahme aus dem Jahr 2015 © Imago Images | Stefan Trappe
Afrikas Gesundheitssysteme sind vielerorts extrem schwach. Kirchennahe Dienste schließen die Lücke – unterstützt von Hilfsorganisationen und Entwicklungshilfe. Doch den wichtigsten Geber, US-AID, hat Donald Trump zerschlagen. Nun droht die größte Gesundheitskrise der jüngeren Geschichte. 

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