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29.08.2025

Liebe Hörerinnen und Hörer,

ich bin keine Technik-Verweigerin. Und ich denke auch nicht, dass früher alles besser war. Das wäre ja auch ziemlich blöd, wenn man etwa an Frauenrechte, die Erfindung der Waschmaschine oder medizinische Fortschritte denkt.

Aber ich ertappe mich inzwischen doch immer wieder dabei, wie ich in Gesprächen diese typischen alte-Leute-Sätze sage: "Früher haben wir es auch ohne Handy geschafft, uns zu verabreden!" zum Beispiel. Oder "Ich bin froh, dass ich nicht mit diesem ganzen Social-Media-Kram aufwachsen musste."

"Oh nee, Boomer!" halten mir meine jungen Kolleginnen da gerne ein bisschen scherzhaft entgegen. ABER dieser ganze Boomer-Quatsch geht mir sowieso auf den Keks. Altersdiskriminierung ist das nämlich. 

Das mit der Altersdiskriminierung habe ich übrigens in den sozialen Medien gelesen, wo sich ja zu jeder Gefühlsregung ein Kanal findet, der sie erklärt und eine Community, die sie teilt. ADHS, Trauma, Liebeskummer, Weltuntergang. Toll irgendwie. Aber eben auch anfällig für Verirrungen.

Ich bin jedenfalls dankbar, dass ich ohne all das, ohne den Druck von Likes, Follower-Zahlen, algorithmen-gesteuerter Information und Posts von perfekten Körpern und noch perfekteren Urlauben aufwachsen konnte. Das ist mit fast 50 noch manchmal schwer zu ertragen, für meine zarte pubertäre Seele wäre es fatal gewesen.

Aber all das ist nun mal in der Welt und wird wohl so schnell auch nicht wieder verschwinden. Und es ist ja beileibe nicht alles schlecht daran. Ich sehe zum Beispiel gerne schöne Urlaubsvideos von meinen Freunden. Ich finde es gut, dass alle die Möglichkeit haben, Informationen zu verbreiten und auf Missstände aufmerksam zu machen und dass daraus breite Bewegungen entstehen und sich Dinge vielleicht sogar ändern können.

Aber wie kriegen wir es hin, die Vorteile dieser Welt zu nutzen und uns vor den Nachteilen zu schützen? Wie finden wir für unsere Kinder einen gesunden Umgang damit? Wie kann es gelingen, dass sie nicht ausgegrenzt und abgehängt sind, dass sie die digitale Welt verstehen, teilhaben, sich vernetzen und Wissen austauschen können, und gleichzeitig keinen Schaden nehmen durch den ganzen Müll, den all das eben auch mit sich bringt? Mit diesen Fragen wollen wir uns in unserer Sendung am Donnerstag beschäftigen.

Frage der Woche

Gerade wird mal wieder über Altersgrenzen für soziale Medien debattiert. In Australien dürfen sich unter 16-Jährige ab Dezember nicht mehr anmelden. Und in Deutschland haben einige Bundesländer zum Schulstart den Einsatz von Smartphones an Grundschulen untersagt. Was denken Sie: Ist das der richtige Weg? Welche Vor- und Nachteile bringen soziale Medien mit sich? Und wie halten Sie es selbst mit Smartphones und Social Media? 

Schreiben Sie uns Ihre Meinung per Mail! Einige Antworten werden wir - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - in unserer Sendung thematisieren. Ein kleines "best of" gibt's auch nächste Woche hier im Newsletter. 

Bildquelle: Pexels/cottonbro studio

Unsere Themen der kommenden Woche

Hier ein Überblick über die Themen, die wir für nächste Woche geplant haben.

Montag: Hunger und globale Ernährungssicherheit
Dienstag: Die Zukunft des Sozialstaats
Mittwoch: Das große Gastronomie-Sterben
Donnerstag: Umgang mit Smartphones und Social Media

Natürlich kann sich aufgrund aktueller Ereignisse oder aus redaktionellen Gründen kurzfristig immer mal was ändern. Die endgültigen Themen und mehr Details zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf unserer Website.


Ihre Meinung: Lieblings-Spielzeug

Im letzten Newsletter haben wir Sie gefragt, was Ihr Lieblings-Spielzeug war oder ist. Hier sind Auszüge aus einigen Ihrer Antworten. 

Wenn ich über meinen Bildschirm im Homeoffice etwas nach oben schaue, sehe ich (bin knapp 63) auf meine 4 Teddys (von groß nach klein) namens Otto, Teddy, Seppl und ein kleiner nameloser 😉, sitzen alle neben dem Schulranzen meiner Mutter (der müsste so um die 100 Jahre alt sein) .
Wolfgang Philipp

Sie haben mich echt zum Grübeln gebracht. Ich musste erst einmal überlegen, ob die "Masters oft the Universe"-Figuren, oder doch meine Lego - Ritterburgen mein Lieblingsspielzeug waren. Da es manchmal Momente gibt, in denen ich mir meine Ritterburgen zurückwünsche, muss es wohl doch das Lego gewesen sein. [...]
Zur Barbie - Puppe habe ich auch noch eine lustige Geschichte. Eine Arbeitskollegin erzählte mir Folgendes: Als sie bei ihren Eltern auszog, um mit ihrem Freund zusammenzuleben, übergab ihr ihre Mutter die alten Barbie-Puppen. "Die kannst du jetzt aufheben. Es sind schließlich deine." Meine Kollegin war entsetzt, wie verstaubt die Puppen inzwischen waren. Sofort war ihr klar, dass sie etwas tun musste. Also begann sie die Puppen zu waschen. Sie zog sie hübsch an und frisierte sie ordentlich. Und in diesem Moment kam ihr Freund herein. "Was machst du denn da?"
Oliver Hajunga


Das Spielzeug mit dem längsten Gebrauchswert und der nachhaltigsten Wirkung war mein Kasperle-Theater. Ich bekam es Weihnachten 1955 geschenkt. Damals war ich acht Jahre alt, ging in die zweite Volksschulklasse und beherrschte bereits das verstehende Lesen sowie die Anfänge des präzisen und ausdrucksvollen Schreibens. [...]
Alles nur Spielerei, alles nur Theater? Nein! Das Kasperle-Theater und sein Nachfolger haben mich geprägt. Ich lernte die Musen zu schätzen, wurde zu einem häufigen Theaterbesucher (Frankfurter Schauspielhaus, verachte die geplante Frankfurter Kulturmeile als subplebejisch, Bochumer Schauspielhaus, Wiener Burgtheater) und nehme regelmäßig teil an der Karaoke in der Panorama Bar des Frankfurter Schauspiels. Ich habe sogar ein Theaterstück von Max Frisch (Graf Öderland) bearbeitet und auf 45 spannende Minuten eingerichtet (das Original gilt als unspielbar). Ebenso die Inszenierung szenischer Lesungen (Heinar Kipphards Stück "Joel Brand" oder Günter Eichs Hörspiel "Träume").
Klaus Philipp Mertens



Was uns diese Woche beschäftigt hat

Montag: Haben wir das geschafft? Migration, Integration, Abschottung [zum Podcast]
Dienstag: Sammelfieber - Wie uns Spielzeug reich macht [zum Podcast]
Mittwoch: Wolken vor der Sonne – Was wird aus der Energiewende? [zum Podcast]
Donnerstag: Genormt, gelocht, gestempelt! Wir ersticken in Bürokratie [zum Podcast]

Bildquelle: Imago Images

Medienkompetenz und Bildung für Hessen: der Bildungsbox-Newsletter

Und damit sind wir fast am Ende dieses Newsletters angekommen. Traurig, oder? Falls Sie mehr spannende Infos bekommen wollen, empfehlen wir Ihnen den Newsletter der hr-Bildungsbox. 

Darin erfahren Sie wöchentlich, welche Bildungsangebote es vom hr gibt, wann und wie Sie sich dafür anmelden können und welche Aktionen für Schulklassen gerade aktuell sind. Das Angebot reicht von Medienworkshops für Schulklassen, zum Beispiel zum Thema Desinformation, Podcasts oder KI und Konzerte für Schülerinnen und Schüler. Der Newsletter informiert Sie über die Lehrkräftefortbildungen im neuen CREATOR ROOM, dem Medienkompetenzstudio im Hessischen Rundfunk.
Hier können Sie sich anmelden.  

Bildquelle: hr

Und damit verabschieden wir uns für diese Woche und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende! Vielleicht ja mit dem einen oder anderen Podcast von Der Tag ... 😊

Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Feedback haben, schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Viele Grüße und bis nächsten Freitag!

Christina Sianides


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