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hr Religion und Kirche
24.07.2025

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist viel los im Feld der Religion. Das weiß keiner so gut wie Detlef Pollack. Seit Jahrzehnten sammelt und vergleicht er Umfragen und Statistiken zu Religion und Glauben weltweit. Sein Buch "Religion in der Moderne" ist ein Standardwerk. Für eine Neuauflage wollten Pollack, der Münsteraner Religionssoziologe, und sein Mitautor Gergely Rosta die Daten aktualisieren. Und stellten überrascht fest: Die Lage hat sich komplett gewandelt.

Weltweit, so sagt es Pollack in diesen Tagen in Interviews immer wieder, nimmt die Bedeutung der Religion ab, sogar in klassisch hochreligiösen Ländern wie etwa Polen, selbst im Iran. "In der modernen Gesellschaft verschiebt sich die Aufmerksamkeit von der Frage nach den ersten und letzten Dingen unseres Lebens zu der Frage, was man im Hier und Jetzt tun möchte", sagt Pollack. Das ist eine von mehreren Erklärungen für den neuen Trend. "Sollte uns das beunruhigen?" fragt der Journalist. Ein Land verliert seinen Glauben, wie verändert das die Gesellschaft? Was fehlt?

Vielleicht stellen sich aber auch die Fragen heute ganz anders? Vielleicht heißt es weniger "Was glaubst du?". Statt dessen zum Beispiel "Wo findest Du die Kraft für Deinen Alltag?" Vielleicht sind die Antworten vielfältiger als die überlieferten Religionssysteme. In unserer großen ARD-Reihe "Quellen der Kraft" erzählen wir in diesen Sommerwochen von den – auch religiösen – Suchbewegungen der Menschen.

Ich bin überzeugt, auch in der modernen säkularen Gesellschaft verschwinden die Fragen nicht nach dem, was uns wichtig und wertvoll ist, was uns in Krisen trägt, was das Zusammenleben stärkt. Aber es schadet uns, wenn wir die Suche nach Antworten und das Gespräch darüber ausblenden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiter erholsame und stärkende Sommerwochen.

Herzlich,
Ihr Lothar Bauerochse
hr Religion & Kirche

Maß halten zwischen den Extremen – Ein Lob der Mitte!

hr1 am Sonntagmorgen | 27. Juli, 6 – 10 Uhr
Innenraum der Kathedrale von Chartres mit Labyrinth und Besuchern
Das Labyrinth aus dem 13. Jahrhundert im Boden der Kathedrale von Chartres © Wikimedia Commons
Man kann fast ein bisschen darüber erschrecken: Haben wir tatsächlich schon die Mitte des Jahres erreicht? Sind wir schon in der Mitte der hessischen Sommerferien? Da kommt vielleicht ein bisschen Wehmut auf. Geht es jetzt nur noch bergab? Der Sommer vorbei, der Urlaub auch bald?
Wir werfen einen anderen Blick auf die Mitte. Vielleicht ist sie der Ort, wo wir eigentlich hingehören? In den spirituellen Traditionen jedenfalls geht es immer darum: die eigene innere Mitte finden. Das haben wir heute oft verlernt. Weil wir immer spitze sein wollen. 

ARD-Reihe "Quellen der Kraft": Nichts tun (4/7)

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 27. Juli, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 27. Juli, 13:05 Uhr
Ein Mann liegt in einer Hängematte
Hohe Kunst Nichtstun © Imago/Zoonar
Muse, Muße, Müßiggang – schöne Idee. In diesen bewegten Zeiten jedoch können wir scheint's nichts so wenig, wie nichts tun. Entspannen, Tagträume, geruhsamer Schlaf – wie kriegt man das hin bei all der Betriebsamkeit im Alltag?

"Akutstation Psychiatrie" – Zweite Staffel der hr-Doku-Serie in der ARD Mediathek gestartet

hr-fernsehen | mittwochs, 30. Juli und 6. August, 22:00 Uhr und alle fünf Folgen schon jetzt in der ARD Mediathek
Oberärztin Barbara Jost und ihr Team mit dem Schrftzug "Akutstation Psychiatrie"
Oberärztin Barbara Jost mit ihrem Team © hr/Sebastian Reimold
Die zweite Staffel der Doku-Serie gibt einen berührenden und unmittelbaren Einblick in den Alltag einer psychiatrischen Akutstation. Oberärztin Barbara Jost und ihr Team in den Kreiskliniken Groß-Umstadt kümmern sich um psychiatrische Notfälle. Psychose, Alkoholsucht, Essstörung, Panikattacke oder Suizidgedanken: Die Serie zeigt, dass psychiatrische Erkrankungen jeden von uns treffen, aber auch behandelt werden können, wenn man sich Hilfe sucht.

Im Mittelpunkt der ersten Folge steht ein junger Mann, der sich für eine Comic-Figur hält. Tatsächlich leidet er unter einer schweren Psychose. In Folge zwei geht es um Dämonen und Schuldgefühle.  

Hören Sie zur Serie auch den hr2 Doppelkopf, in dem hr-Redakteur Philipp Engel mit der pflegerischen Stationsleiterin Sonja Holubar über ihre Arbeit auf der Akutstation spricht. 

"Widerstände" – Jüdische Designerinnen der Moderne

hr2-kultur | Jüdische Welt | Freitag, 1. August, 14 – 14:30 Uhr
Die Künstlerin Annie Albers an einem Webstuhl in einer Schwarz-weißen Aufnahme
Plakatausschnitt mit der jüdischen Textilkünstlerin Annie Albers © Helen M. Post/Western Regional Archives; Jüdisches Museum Berlin
Berlin im Februar 1912. Eine Ausstellung zeigt "Die Frau in Haus und Beruf". Die jüdische Designerin Ella Seligmann berichtet darüber rückblickend im Jahr 1932: "Auch wir jüdischen Frauen konnten voll bescheidenen Stolzes durch diese Ausstellung gehen. Unsere Arbeit stand nicht zurück hinter der Tätigkeit unserer andersgläubigen Schwestern". Schon ein Jahr nach diesen Worten fingen die Nazis an, die Karrieren und Leben vieler dieser Frauen systematisch zu zerstören. Daran erinnert eine neue Ausstellung im Jüdischen Museum in Berlin. Sie stellt Leben und Werk von mehr als 60 jüdischen Designerinnen vor. 

Der Domschweizer – In Fritzlar lebt eine alte Tradition wieder auf

hr4 | Gemeindeporträt | Sonntag, 27. Juli, 8:40 Uhr
Domschweizer Thomas Drößler mit Stab und Dienstmontur  im Dom zu Fritzlar: roter Mantel, rote Haube, weiße Handschuhe
Der "Domschweizer" in Dienstmontur. © Kath. Domgemeinde St. Peter, Fritzlar
Einen "Domschweizer" hat es in Fritzlar seit über 15 Jahren nicht mehr gegeben. Thomas Drößler hat jetzt buchstäblich den Stab übernommen. Zu ausgewählten Gottesdiensten sorgt er mit seiner imposanten Montur im Dom St. Peter für Ruhe und Ordnung. Damit lässt er eine alte katholische Tradition aus dem Umfeld großer Kathedralen, wie etwa dem Kölner oder dem Mainzer Dom, wieder aufleben. In der Gemeinde kommt das gut an.

ARD-Reihe "Quellen der Kraft": Rituale haben (5/7)

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 3. August, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 3. August, 13:05 Uhr
Priester taucht Hostie in einen Weinkrug auf einem Altar
Hostie in Wein während der Eucharistiefeier in der Kirche © Imago/Chromorange
Trostspender, Energiepakete, Wegbegleiter: das alles bieten Rituale. Sie verlaufen stets gleich, versprechen Kontinuität und stiften Zuversicht. Seit Menschengedenken formen Rituale unser Zusammenleben, unsere Kultur. Was macht sie unverzichtbar?

Mut ist nicht immer laut und heldenhaft. Wer mutig ist, kann trotzdem Angst haben

hr1 | Sonntagsgedanken | Sommerreihe, jeweils ca. 7:45 Uhr
Vom Mutigsein handeln auch die nächsten beiden Beiträge der Sommerreihe der hr1 Sonntagsgedanken "Mit Popsongs auf Sinnsuche". Alles rund um die Reihe und ihre Autor*innen gibt es hier.
Elton John mit Smoking und Sonnenbrille bei einem Auftritt am Flügel
schwarz-weiße Aufnahme der vier Bandmitglieder

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