Im Browser ansehen
hr Religion und Kirche
19.09.2025

Liebe Leserinnen und Leser,

"Rot ist die Liebe, Rot ist das Feuer", sagte die evangelische Pfarrerin aus Coesfeld, als sie in der vergangenen Woche den Preis der Stiftung KiBa entgegennahm. Angesichts einer gefährlich bröckelnden Kirche hat die Gemeinde ihr Gemeindehaus aufgegeben und stattdessen einen auffälligen roten Kubus in den Eingangsbereich ihrer barocken Stadtkirche gesetzt. Dort findet jetzt das pralle Gemeindeleben statt. Die Kirche ist auch werktags belebt. Und mehr noch: Mit dem Kubus öffnet sich die Kirche zur Stadt hin. Wenn draußen vor der Kirche Markt ist, finden viele für einen Kaffee und einen Moment der Ruhe hinein in den Kirchenraum. Der Kubus ist rot, auffällig, ungewöhnlich. Denn, so die Pfarrerin, "wir wollen uns nicht verstecken. Wir zeigen uns selbstbewusst als Gemeinde in der Stadt."
Auf dem Evangelischen Kirchbautag in Berlin habe ich in der vergangenen Woche einiger solcher Kirchenumbauten gesehen, die mich zum Teil in Erstaunen versetzt haben. Was mich beeindruckt hat: Wo Gemeinden angesichts einer zu großen, zu teuren, baufälligen Kirche die Situation genutzt haben, um intensiv über ihr Gemeindeleben nachzudenken, wenn sie gefragt haben "Was brauchen die Menschen in der Nachbarschaft?", wenn sie Partner aus dem Stadtteil, auch kommerzielle, mit ins Boot bzw. mit in den Kirchenraum geholt haben, kann das ganz neue Energien freisetzen, kann das Ehrenamtliche zum Engagement begeistern, kann der Kirchenumbau auch die ganze Gemeinde verändern.
Das konnte ich auch in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin Kreuzberg sehen. Auch dort: Als die Frage im Raum stand, ob die marode Kirche abgerissen werden soll, wurde das Gemeindehaus aufgegeben, wurde die Kirche in beeindruckender, mutiger und sehr intelligenter Weise umgebaut. So hat die Gemeinde ihren spirituellen Ort, aber auch einen Raum für Veranstaltungen im Stadtteil. Bürofläche und Treffpunkt. Und ganz oben, unterm Dach, noch über der Kuppel des imposanten Kirchenraums hat sich eine renommierte Werbeagentur eingemietet. Die wirbt in ihrem Internetauftritt mit der Kirche als cooler location.
Ermutigende Beispiele, finde ich, für alle, die sich derzeit fragen, "Was machen wir nur mit unserer Kirche?". Kirche ganz neu denken kann sich lohnen. Nicht nur, wenn man den Preis der Stiftung KiBa bekommt.

Herzlich,
Lothar Bauerochse
hr Religion & Kirche

Richtig nörgeln – Klagen als Kraft der Veränderung

hr1 am Sonntagmorgen | 21. September, 6 – 10 Uhr
zwei Aras "sprechen" miteinander
Ist das Nörgeln besser als sein Ruf? © Unsplash/David Clode
Uns Deutschen sagt man nach, eine Nation der Nörgler und Bedenkenträger zu sein. Und ja, zurzeit pflegen viele die Opferrolle, gerade in der politischen Auseinandersetzung.
Aber ist Nörgeln wirklich nur destruktiv? In der Bibel zum Beispiel kann man Texte finden, die eine einzige große Klage-Litanei sind. Auf Missstände und Ungerechtigkeiten hinzuweisen, ist eine wichtige Kraft der Veränderung. Davon ist zum Beispiel der Frankfurter Publizist Michel Friedmann überzeugt. Kann also im Nörgeln eine heilsame Kraft liegen, wenn wir dabei nicht in bloßes Selbstmitleid verfallen?

Trimm-dich-Pfade für die Seele – Meditationswege in Hessen

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 21. September, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 21. September, 13:05 Uhr
Frau mit Wanderstab beim Wandern im Wald
Unterwegs auf dem Upländer Besinnungsweg © Klaus-Peter Kappest/Tourist-Information Willingen
Meditationswege sind eine faszinierend kompakte Variante des Pilgerns. Während man auf großen Pilgerwegen eine lange Zeit und viele hundert Kilometer unterwegs ist, geht es auf kurzen Besinnungswegen um eine einfachere Form des spirituellen Unterwegsseins. Thematische Impulse regen zum Nachdenken über das eigene Leben an. Manchmal sind solche Meditationswege wie "Trimm-dich-Pfade für die Seele". Wir stellen einige dieser Mini-Pilgerwege in Hessen vor.

Spiritualität der Heilung – 100 Jahre Missionsärztliche Schwestern

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 28. September, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 28. September, 13:05 Uhr
drei Schwestern musizieren zusammen
Missionsärztliche Schwestern in Duisburg-Röttgerbach © Imago/Funke Foto Services
Die Missionsärztlichen Schwestern sind eine Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche, die im Jahr 1925 von Anna Dengel gegründet wurde. Sie sind Missionsschwestern, die sich dafür einsetzen, den Armen der Welt einen besseren Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen. Unsere Autorin schildert, was junge Frauen heute noch bewegt, in diesen Orden einzutreten und wie die Spiritualität der Heilung international gelebt wird.

Wut spüren, Grenzen verteidigen – Pia aus Offenbach macht Frauen stark gegen Gewalt

Close up | hr fernsehen | Donnerstag, 25. September, 22 Uhr und jederzeit in der ARD Mediathek
Pia steht in einer Unterführung, macht eine abwehrende Handbewegung
Pia zeigt, wie Empowerment Leben verändern kann. © hr
Gewalt, Belästigung, Übergriffe: Jede dritte Frau ist einmal in ihrem Leben davon betroffen. Pia aus Offenbach hat nun der Gewalt den Kampf angesagt. Sie selbst hat sich aus einer gewalttätigen Beziehung befreit und zurück ins Leben gekämpft. Als ehemalige Krankenschwester war Pia zurückhaltend. Heute trainiert sie Frauen in Selbstverteidigung und zeigt ihnen in Wutseminaren, Kickboxkursen und in einer Selbsthilfegruppe, wie sie ihre Wut rauslassen können. Ihre Vision: Ein deutschlandweites Netzwerk für Selbstbehauptung, Sicherheit und Selbstbewusstsein für Frauen. 

"Danke Jesus"-Autos in Kassel – Die bewegende Geschichte dahinter

hr4 | Gemeindeporträt | Sonntag, 21. September, 8:40 Uhr
Diethard Kumpf vor einer schwarzen Limousine mit dem Schriftzug "Danke Jesus"
Diethard Kumpf, früher Drogenhändler, heute engagierter Unternehmer © privat
Wer in Kassel unterwegs ist, könnte sie schon gesehen haben: Autos mit dem Schriftzug "Danke Jesus". Gesponsert werden sie von Diethard Kumpf, früher Drogenhändler und selbst Konsument. Mit 23 wurde er verhaftet, kam in U-Haft und wurde zu Arbeitsstunden verurteilt. Die Bibel im Haus seines Onkels veränderte sein Leben, Jesus faszinierte ihn sofort. Er holte das Abitur nach, studierte und gründete ein Start-up. Das beschäftigt heute in Kassel zwölf Mitarbeitende und weitere in Indien. Und: Kempf setzt sich selbst für Menschen am Rand der Gesellschaft ein.

Faithpower – Lisa schafft sichere Räume für den Glauben 

YOU FM | Porträt | Sonntag, 28. September, ca. 9:15 Uhr
Lisa Quarch im Garten einer Kirche
Die katholische Seelsorgerin Lisa Quarch. © Caro Beese
Lisa lebt in Frankfurt und setzt sich für eine offene Kirche ein, die alle Menschen einschließt. Deshalb blickt sie auch kritisch auf die Traditionen in der katholischen Kirche. Ihr Motto: "Faith Spaces must be Safe Spaces",  also: Kirche und Glaubensräume müssen sichere Ort sein, wo jeder Mensch willkommen ist. Für Lisa ist klar: Auch in der Kirche müssen Menschen in ihrer Vielfalt vorkommen. Deshalb sieht man auch Gendersternchen und Regenbogen-Flagge in ihrer Insta-Bio. Auf Social Media ist sie für alle ansprechbar.

Service & Kontakt

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen?

Rufen Sie uns an:
Telefon: +49 69 155-3533
Kontaktieren Sie hr Religion und KircheZur hr Religion und Kirche Webseite, Podcasts, Manuskripte und Programmvorschau

Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland
Telefonnummer: +49 69 155-5111
E-Mail: hzs@hr.de

Umsatzsteuer-ID: DE 114110440

Gesetzlicher Vertreter:
Florian Hager (Intendant)
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland

Inhaltlich Verantwortlicher i.S.v. § 18 Abs. 2 MStV:
Julia Krittian (Programmdirektorin)
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland

Aufsicht
Die beiden zuständigen Aufsichtsgremien des Hessischen Rundfunks sind der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat. Der Hessische Rundfunk unterliegt der Rechtsaufsicht des Landes Hessen, die von der Hessischen Staatskanzlei wahrgenommen wird.
Datenschutz
Falls Sie den hr Religion und Kirche Newsletter nicht mehr erhalten möchten, klicken Sie bitte hier.