{TODAY} Liebe Leserinnen, liebe Leser,
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Liebe Hörerinnen und Hörer,

ich bin deutsche Staatsbürgerin. Aufgewachsen am Niederrhein und seit knapp zwölf Jahren in Hessen. Mein deutscher Pass bringt mich visafrei in 191 Länder weltweit, dieses Privileg wird nur noch von Japan und Singapur übertroffen. Mit meinem deutschen Pass kann ich überall in der EU arbeiten. Für meinen deutschen Pass habe ich nichts getan. Ich habe ihn einfach bekommen, weil ich als Kind deutscher Staatsbürger hier geboren wurde.

Um ebendieses Privileg zu genießen, müssen Menschen, die nach Deutschland kommen und die Staatsbürgerschaft erlangen möchten, diverse Auflagen erfüllen. Unter anderem einen Einbürgerungstest. Für unsere Sendung am kommenden Montag habe ich den Selbsttest gemacht und einmal geschaut, ob ich überhaupt eingebürgert würde. Ich kann Ihnen schon einmal vorab sagen: Wären mir ebendiese Fragen sinngemäß in einem anderen Land gestellt worden, ich wüsste nicht, ob ich hätte dazugehören dürfen.

Der Test soll zwar nicht vereinfacht werden, aber nach den Plänen von Bundesinnenministerin Nancy Faeser soll die Einbürgerung unter bestimmten Voraussetzungen erleichtert werden - nicht zuletzt mit Blick auf den Fachkräftemangel.
Für die Eingebürgerten wäre das eine große Chance. Auch für unsere Gesellschaft? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns in unserer Sendung am Montag. 

Unsere Frage der Woche

Was halten Sie von der geplanten, vereinfachten Einbürgerung? Ist das eine Chance für unsere Gesellschaft oder gibt es für Sie Gründe, die dagegen sprechen?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung per Mail! Einige Antworten werden wir - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - in unserer Sendung thematisieren. Ein kleines "best of" gibt's auch nächste Woche hier im Newsletter. 
Bildquelle: Pexels / Olya Kobruseva

Ihre Gedanken zu Mut und Gratismut

Im letzten Newsletter haben wir nach Ihrer Meinung zum Thema "Gratismut" und Ihrer letzten mutigen Tat gefragt. Hier sind Auszüge aus einigen Antworten, die wir bekommen haben:

"[...] Ich erlebe Gratismut als bigott. Große Teile meiner Haltungsfreunde und -freundinnen sind meinungs- bzw. haltungsstark und finden sich in Ihrer Beispielliste gut wieder, leben aber im Gegensatz zu mir in gentrifizierten Stadtteilen und kennen Probleme, zu denen sie eine klare Meinung haben, nur aus der Theorie. Das ist erst mal nicht verwerflich; schwierig wird es für mich, wenn deutlich wird, dass sie selbst nie in einen solchen Stadtteil wie meinen ziehen würden, schon wegen ihrer Kinder nicht. Aber ansonsten immer klar auf der Seite des ohne Zweifel gewussten Guten. [...]
Mein Mut besteht darin, dass ich mich meinen Zweifeln aber auch Halbwissen in verschiedenen Themenbereichen stelle. Damit geht mir ein Stück unhinterfragter Lebenssicherheit verloren und ich bin zur Orientierung u.a. angewiesen auf Ihre ausgewogenen Sendungen, die auch mal Position beziehen können, wenn damit nicht offen oder unterschwellig die Exklusion der Andersdenkenden erfolgt (Alle Menschen, die guten Willens sind; das sind dann immer nur wir). Einen der glaubt, er hätte das Gute gepachtet, brauche ich allerdings so wie einen Kropf am Hals."
Frank Heine


"[...]Wann ich zuletzt eine mutige Tat vollbrachte, weiß ich nicht, denn was Sie Gratismut nennen, zählt für mich nicht und ist nicht wert, im Gedächtnis gespeichert zu werden. Mein Mut zeigt sich inzwischen auf einer ganz anderen Ebene: Es gibt viele Tage, an denen ich morgens allen Mut aufbringen muss, die Füße aus dem Bett zu schwingen und darauf zu vertrauen, dass die Beine mich tragen werden, wenn ich aufstehe. Es gibt sehr viele Situationen, wo der Mut darin besteht, die Angst vor der geplanten Handlung zu besiegen: eine Treppe abwärts gehen (werden die Knie mitmachen?), eine schwere Kiste heben (geht das noch?), die Steuererklärung endlich fertig ausfüllen (werde ich mich wieder zigmal verrechnen oder einen Beleg nicht finden?). Usw. usf.
Im Übrigen: Nichts gegen den "Gratismut", denn solidarische Symbolhandlungen sind allemal besser, als gar nichts zu tun und durch Schweigen womöglich der falschen Seite das Gefühl zu geben, sie wäre im Recht. Siehe Scholz beim Besuch des palästinensischen Politikers, nur mal als Beispiel. Andererseits ist mir jeder Hype, der alle anderen Gedanken und Taten blockiert, ein wahrer Gräuel. Ich zitiere den neuen Lieblingssatz in beliebigen Filmen: "Es ist kompliziert".
Eines aber finde ich unabdingbar: Zivilcourage im täglichen Miteinander, wenn es um Hilfe und Beistand für Menschen geht, die sich selbst nicht zu helfen wissen."
Maria Stein


Unsere Themen der kommenden Woche

Hier ein Überblick über die Themen, die wir für nächste Woche geplant haben.

Montag: Was Einbürgerung bedeuten kann
Dienstag: Wohin steuert China? 
Mittwoch: Biodiversität: Was kann die Weltnaturkonferenz in Montreal erreichen?
Donnerstag: Steht noch nicht fest

Natürlich kann sich aufgrund aktueller Ereignisse oder aus redaktionellen Gründen kurzfristig immer mal was ändern. Die endgültigen Themen und mehr Details zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf unserer Website


Was uns diese Woche beschäftigt hat 


Montag: Mut, Gratismut, Übermut – Im Kampf für höhere Ziele
Ob in der Ukraine, im Iran oder in Katar: Überall kämpfen Menschen für Demokratie, Freiheit oder Menschenrechte. Wir bewundern ihren Mut, erheben unsere Stimme aber auf dem Boden der Sicherheit. Was kann man tun, wenn das Unrecht nicht vor der eigenen Haustür geschieht? [zum Podcast]

Dienstag: Zerstört, vergessen, gerettet – Ukrainische Kultur im Krieg
Vor dem Krieg lockten rund 400 Museen, 3000 Kulturstätten und sieben Welterbestätten Kulturinteressierte in die Ukraine. Die Zerstörung macht jedoch auch vor Kulturgütern nicht Halt, schlimmer noch: Kulturgüter sind in Kriegen bewusst Ziel von Angriffen, um das kulturelle Gedächtnis des Landes auszulöschen. Auf der anderen Seite bekommen ukrainische Künstlerinnen und Künstler derzeit so viel Aufmerksamkeit wie noch selten zuvor. Kann die kulturelle Verständigung auch Kraft geben für die Zukunft? Und wie kann das kulturelle Erbe der Ukraine trotz Zerstörung weitergegeben werden? 
[zum Podcast] 

Mittwoch: Keine Schokolade ist auch keine Lösung
Die Adventszeit hat begonnen – und damit die Zeit für süße Genüsse. Je schokoladiger, desto besser. Beim Schokoladenkonsum sind wir Weltmeister, gemeinsam mit der Schweiz: Gut neun Kilo essen wir pro Kopf und Jahr. Schokolade ist jedoch mehr als Hüftgold. In Maßen genossen, hat Schokolade viele positive Effekte für unser Wohlbefinden. Deshalb tauchen wir tief ein in den Schokoladentopf und vergessen dabei nicht, dass an Kakao auch Ausbeutung und Kinderarbeit klebt. Aber auch da gibt es neue, gute Wege, die die Kleinbauern stärken und den Anbau nachhaltig und umweltfreundlich machen. [zum Podcast]

Donnerstag: Kinder, Konto, Karriere – Wie geht Feminismus heute?
Kaum eine Frau polarisiert in Deutschland so wie sie: Seit über 50 Jahren setzt sich Alice Schwarzer für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein. Begeisterte und empörte Reaktionen gibt es bis heute. Umstritten ist sie aber nicht nur in der männlichen Öffentlichkeit, auch unter Frauen, sogar gleichgesinnten. Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer fragen wir: Was ist aus den Themen der Frauenbewegung geworden? Wie gleichberechtigt leben und arbeiten Frauen und Männer heute zusammen? Und was bedeutet heute eigentlich Feminismus - für Jüngere und Ältere, für Frauen und Männer? [zum Podcast]


Das letzte Wort

... hat in dieser Woche unsere Redakteurin Doris Renck

Wir beschäftigen uns meistens mit Themen, die heiß diskutiert werden. Da geht es um Konflikte, um Zerstörung (wie gerade in der Ukraine), um Dinge, die besser laufen könnten. In der Politik, in der Gesellschaft, an der Arbeitsstelle. Aber es tut auch mal gut, über Genuss zu sprechen. In der Vorweihnachtszeit bietet sich das an, und die Idee, Schokolade zum Gegenstand einer Sendung zu machen, wurde von uns allen begeistert aufgenommen. Da wir unsere Themen immer aus vielen Perspektiven beleuchten, war auch der Blick auf die Schokolade nicht ungetrübt. Die Situation der Kakaobauern, die wegen der geringen Bezahlung auch den Kindern die harte Arbeit auf den Feldern zumuten müssen, ist dramatisch. Aber wie toll ist es dann, von Hendrik Reimers zu hören, der eine Schokoladenfabrik in Ghana aufgebaut hat: „Fairafric". Dort profitieren die Ghanaer selbst von ihrem Produkt, statt nur den Rohstoff für wenig Geld ins Ausland zu liefern. Schokolade macht glücklich, das hat in Ghana nochmal eine neue Bedeutung bekommen.

Ich wünsche Ihnen eine Vorweihnachtszeit mit ganz viel, möglichst dunkler und vor allem fair gehandelter Schokolade. Und viel Freude auch mit unseren herberen Themen.

Ihre
Doris Renck
Doris Renck / Bildquelle: hr

Und da wir uns ja in der nächsten Woche mit dem Thema Biodiversität beschäftigen, hier noch eine gute Nachricht zum Abschluss (schlechte Nachrichten gibt es ja zu Hauf): Die Population des sehr seltenen Galápagos-Pinguins wächst wieder. Wissenschaftler haben den Tieren zu neuen Brutplätzen verholfen und seitdem schlüpfen so viele Küken wie seit langem nicht mehr. Ein Zeichen der Hoffnung. Damit verabschieden wir uns für diese Woche und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende! Vielleicht ja mit dem einen oder anderen Podcast von Der Tag ... 😊

Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Feedback zu unserem Newsletter oder zur Sendung haben, schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Viele Grüße und bis nächsten Freitag!

Ihre Katharina Bruns




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